BCKDHA-Gendrucken

 

 

 

Kurzinformation

Bereits im frühesten Säuglingsalter: Trinkschwäche, Muskelsteifheit, Krampfanfälle, Verlust des Saugreflexes, schrilles Schreien, Geruch des Urins und der Atemluft nach Karamel bzw. Ahornsirup.

 


 

Humangenetik          

Das auf Chromosom 19q13.2 gelegene Gen umfasst einen Bereich von 34.8 kb mit 9 Exonen. Genprodukt ist die α-Untereinheit der in der Mitochondiren-Matrix verankerten 2-Oxoisovalerat-Dehydrogenase (Mr 50.5 kDa). Sie bildet mit der β-Untereinheit ein Heterodimer, welches die oxydative Decarboxylierung der Deaminierungsprodukte von Valin, Isoleucin und Leucin, nämlich α-Ketoisovalerat, α-Keto-β-Methylvalerat und α-Ketoisocaproat, katalysiert.

 

         

Bisher wurden 11 Mutationen im BCKDHA-Gen nachgewiesen, die mit Ahornsirupkrankheit kausal in Verbindung gebracht werden konnten. Diese Mutationen verursachen die teilweise oder völlige Inhibition der Decarboxylierung von Valin, Isoleucin und Leucin, was die Ausscheidung dieser nach Ahornsirup-riechenden α-Ketosäuren zur Folge hat. Die Spiegel von Leucin, Isoleucin und Valin im Blut und Urin sind deutlich erhöht. Es kommt zu einer Vermehrung der α-Ketosäuren, die sich von diesen Aminosäuren ableiten.

 

        


 

Erbgang       

Die Ahornsirupkrankheit wird autosomal rezessiv vererbt.

 

        


 

Symptome   

Die betroffenen Säuglinge erkranken bereits wenige Tage nach der Geburt an Apathie, Trinkschwäche, Verlust des Saugreflexes, Krampfanfällen, schrillem Schreien, süßlich-würzigem Geruch (Ahornsirup) des Urins und der Atemluft. Frühe Valin-, Isoleucin- und Leucin-arme Diät sind unumgänglich.

 


 

G. Schlüter, H.P. Seelig